Neurologie

Weiterbildungscurriculum Neurologie

 

Weiterbildungscurriculum Neurologie

Die Weiterbildung in der Neurologischen Klinik erfolgt in Anlehnung an die Weiterbildungsordnung (WBO) der Ärztekammer Niedersachsen. Dr. med. Hakan Cangür und Fr. Dr. Verena Vogel teilen sich die volle Weiterbildung für das Fach Neurologie (4 Jahre). Ziel der Weiterbildung im Gebiet Neurologie ist die Erlangung der Facharztkompetenz nach Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbildungszeit und Weiterbildungsinhalte.

Die Weiterbildungszeit umfasst 60 Monate bei einem Weiterbildungsermächtigten an einer Weiterbildungsstätte gemäß § 6 Abs. 1 Satz 1, davon

  • 24 Monate in der stationären neurologischen Patientenversorgung
  • 12 Monate in Psychiatrie und Psychotherapie, davon können
  • 6 Monate in Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie oder Psychosomatische Medizin und Psychotherapie angerechnet werden
  • 6 Monate in der intensivmedizinischen Versorgung neurologischer Patienten
  • können bis zu 12 Monate im Gebiet Innere Medizin und/oder in Allgemeinmedizin, Anatomie, Neurochirurgie, Neuropathologie, Neuroradiologie, Physiologie und/oder Psychosomatische Medizin und Psychotherapie angerechnet werden
  • können bis zu 24 Monate im ambulanten Bereich abgeleistet/angerechnet werden

 

1. - 4. Weiterbildungsjahr

Der Arzt in Weiterbildung wird sowohl auf der neurologischen Normalstation (mind. 18 Monate), der Stroke Unit (mind. 6 Monate), in der Notfallambulanz und im Bereitschaftsdienst eingesetzt. Der Arzt in Weiterbildung behandelt regelmäßig während der Stroke Unit Rotationszeit und darüber hinaus im Bereitschaftsdienst oberärztlich supervidiert neurologische Patienten auf der Intensivstation. Die Behandlung neurologisch überwachungspflichtiger und intensivmedizinisch zu betreuender Patienten erfolgt auf der Stroke Unit bzw. bei entsprechender Notwendigkeit (Beatmung) auf der interdisziplinären Intensivstation H3A (Klinik für Anästhesiologie und Medizinische Klinik I). Die Patienten werden dort durch den zuständigen neurologischen Assistenzarzt unter entsprechender fachärztlicher Supervision betreut. Zudem besteht eine regelmäßige konsiliarische Betreuung der Intensivstation mit Teilnahme an den interdisziplinären Visiten der Intensivstation.

Er erwirbt Kenntnisse, Erfahrungen und Fertigkeiten:

  • der ethischen, wissenschaftlichen und rechtlichen Grundlagen des ärztlichen Handelns
  • der ärztlichen Gesprächsführung
  • der Vorbeugung, Erkennung, Behandlung, Nachsorge und Rehabilitation neurologischer Krankheitsbilder und Defektzustände
  • der neurologisch-psychiatrischen Anamneseerhebung einschließlich biographischer und psychosozialer Zusammenhänge, psychogener Symptome sowie somatopsychischer Reaktionen
  • der Indikationsstellung und Überwachung neurologischer, neurorehabilitativer und physikalischer Behandlungsverfahren
  • der Indikationsstellung und Auswertung neuroradiologischer Verfahren
  • der interdisziplinären diagnostischen und therapeutischen Zusammenarbeit auch mit anderen Berufsgruppen der Gesundheitsversorgung wie der Krankengymnastik, Logopädie, Neuropsychologie und Ergotherapie einschließlich ihrer Indikationsstellung und Überwachung entsprechender Maßnahmen
  • der Indikationsstellung soziotherapeutischer Maßnahmen
  • der gebietsbezogenen Arzneimitteltherapie
  • den Grundlagen der gebietsbezogenen Tumortherapie
  • der Betreuung palliativmedizinisch zu versorgender Patienten
  • neurologisch-geriatrischen Syndromen und Krankheitsfolgen einschließlich der Pharmakotherapie im Alter
  • den Grundlagen neurologisch relevanter Schlaf- und Vigilanzstörungen
  • den Grundlagen der Verhaltensneurologie und der Neuropsychologie
  • den Grundlagen hereditärer Krankheitsbilder einschließlich der Indikationsstellung für eine human-genetische Beratung
  • der Hirntoddiagnostik
  • der Indikationsstellung, sachgerechten Probengewinnung und -behandlung für Laboruntersuchungen und Einordnung der Ergebnisse in das jeweilige Krankheitsbild
  • der intensivmedizinischen Basisversorgung
  • der Akutbehandlung von Suchterkrankungen

In dieser Zeit erlernt der Arzt in Weiterbildung definierte Untersuchungs- und Behandlungsverfahren:

  • Funktionsanalysen bei peripheren und zentralen Bewegungsstörungen sowie Gleichgewichtsstörungen
  • Funktionsanalysen bei Sprach-, Sprech- und Schluckstörungen
  • neuro-otologische Untersuchungen, insbesondere experimentelle Nystagmusprovokation, spino-vestibuläre, vestibulospinale und zentrale Tests
  • verhaltensneurologische und neuropsychologische Testverfahren
  • neurologische Befunderhebung bei Störungen der höheren Hirnleistungen, insbesondere der Selbst- und Defizitwahrnehmungen, der Motivation, des Antriebs, der Kommunikation, der Aufmerksamkeit, des Gedächtnisses, der räumlichen Fähigkeiten, des Denkens, des Handelns, der Kreativität
  • Erstellung von Rehabilitationsplänen, Überwachung und epikritische Bewertung der Anwendung von Rehabilitationsverfahren
  • Punktions- und Katheterisierungstechniken einschließlich der Gewinnung von Untersuchungsmaterial aus dem Liquorsystem
  • Infusions-, Transfusions- und Blutersatztherapie, enterale und parenterale Ernährung


Rotation 6 Monate in die Klinik für Anästhesiologie

Im Rahmen der Ausbildung zum Facharzt für Neurologie besteht de Möglichkeit für den Zeitraum von 6 Monaten in die Klinik für Anästhesiologie des Klinikum Wolfsburg (Prof. M. Menzel) zu wechseln, um hier die Techniken und Kenntnisse der intensivmedizinisch zu versorgender neurologischer Patienten zu erlernen.

 

2. - 4. Weiterbildungsjahr

Erlernen der Grundlagen der neurologischen Zusatzdiagnostik

Ultraschalldiagnostik:
Die Ausbildung in der neurologischen Ultraschalldiagnostik (auch spezielle neurologische Ultraschalldiagnostik) geht über die übliche Ultraschalldiagnostik an den hirnversorgenden Arterien, wie sie auch von anderen Fachgebieten durchgeführt wird, hinaus. Hierzu gehören neben der transkraniellen Farbduplexsonographie spezielle neurologische Funktions- und Monitoringuntersuchungen, die Kenntnis neuer Verfahren, die noch nicht Eingang in die klinische Routine gefunden haben (z.B. Untersuchungen des Hirnparenchyms) sowie die Einbindung der Ultraschalldiagnostik in das diagnostisch-therapeutische Gesamtkonzept der Neurologie (Erwerb des DEGUM Ultraschallzertifikats möglich). Das Ultraschallabor ist DEGUM zertifiziert.

Elektroenzephalographie (EEG):
Die Ausbildung im EEG erfolgt im Rahmen einer „EEG-Schule“ angeleitet von einem Facharzt für Neurologie (DGKN-Zertifikat für EEG vorhanden) im fachübergreifenden EEG-Labor der Kliniken für Neurologie und Kinderheilkunde.

  • Teilnahme an internen Fortbildungsveranstaltungen (donnerstags) und an täglichen Radiologiebesprechungen
  • Erlernen der Erstellung neurologischer Gutachten
  • Teilnahme an nationalen und internationalen Kongressen möglich
  • Einjährige Beurlaubung für Rotation in die Psychiatrie möglich (Kooperationsvereinbarung mit der Klinik für Psychiatrie des Klinikums Braunschweig)

 

 

3. – 4. Weiterbildungsjahr

Erlernen der Grundlagen der neurologischen Zusatzdiagnostik

  • Elektromyografie (EMG), Elektroneurografie (ENG), evozierte Potentiale (VEP, AEP, SEP, MEP)

    Die Ausbildung erfolgt ganztätig im 3 Monatszyklus nach Rotationsprinzip und parallel zur allgemeinen Ausbildung im Elektrophysiologielabor der Klinik für Neurologie (EMG-Schein der DGKN vorhanden).
  • Teilnahme an internen Fortbildungsveranstaltungen (donnerstags) und an täglichen Radiologiebesprechungen
  • Erlernen der Erstellung neurologischer Gutachten
  • Teilnahme an nationalen und internationalen Kongressen möglich
  • Einjährige Beurlaubung für Rotation in die Psychiatrie i.R. einer festen Kooperation mit dem Klinikum Braunschweig möglich 

Kontakt

Klinikum Wolfsburg
Sauerbruchstr. 7
38440 Wolfsburg

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Fax 05361 80-1221
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