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Innere Medizin - Kardiologie

Medizinische Klinik I

Weiterbildungscurriculum

  • Grundstruktur, Schwerpunkte und Leistungszahlen der Medizinischen Klinik

    Das Klinikum der Stadt Wolfsburg ist akademisches Lehrkrankenhaus und Medizincampus der Universitätsmedizin Göttingen und hat einen Versorgungsauftrag als Schwerpunktkrankenhaus. Die Medizinische Klinik I verfügt über insgesamt 88 vollstationäre und 20 teilstationäre Betten.

    Die I. Medizinische Klinik umfasst 88 Betten auf zwei kardiologischen und zwei interdisziplinären Allgemeinstationen und einer Intermediate Care-Station (8 Betten mit Monitorüberwachung, davon 4 Betten Heart Failure Unit). Darüber hinaus gehören zur I. Medizinischen Klinik eine zertifizierte Chest Pain Unit mit 4 Betten, der der internistische Teil der interdisziplinären Intensivstation mit 8 Betten sowie eine Ambulanz mit kardiologischer Schwerpunktdiagnostik. Die Schwerpunkte der I. Medizinischen Klinik liegen in der Allgemeinen Inneren Medizin und insbesondere in den Bereichen Kardiologie inklusive der interventionellen Kardiologie, der speziellen Rhythmologie und der internistischen Intensivmedizin.

    Neben der Ermächtigung zur Basisweiterbildung im Gebiet Innere Medizin (36 Monate) besteht eine Weiterbildungsermächtigung für Innere Medizin und Kardiologie (36 Monate), sowie die Weiterbildungsermächtigung für die Zusatzweiterbildung internistische Intensivmedizin (18 Monate). Zudem ist das Klinikum Wolfsburg Stätte der Zusatzqualifikation „interventionelle Kardiologie“ (DGK), sowie zertifiziertes Vorhofflimmerzentrum der deutschen Gesellschaft für Kardiologie.

    Kardiologisch werden in umfangreichen Funktionsabteilungen einschließlich dreier Herzkatheterlabore (zwei davon mit biplanen Röntgenanlagen) alle nicht-invasiven und invasiven Diagnostik- und Behandlungsverfahren durchgeführt. Koronarangiographisch sind Druckdrahtmessung sowie eine Bildgebung mit intravaskulärem Ultraschall (IVUS) möglich. Eine Bildgebung mit optischer Kohärenztomographie (OCT) ist in Planung. Zur Kalkmodifikation in den Koronargefäßen können die Rotablation und Lithotrypsie verwendet werden. Zur möglichen Kreislaufunterstützung steht eine perkutane Microaxial-Pumpe (Impella) zur Verfügung. Als strukturelle Interventionen am Herzen führen wir Verschlüsse von PFO und LAA mit entsprechenden Okkludern regelmäßig durch, Interventionen der Mitral- und Trikuspidalklappe mittels intravenöser Clipverfahren (TEER) wurden in 2025 eingeführt.

    Im Jahre 2024 wurden in den Herzkatheterlaboren ca. 1700 Linksherzkatheter, davon 500 mit Intervention, ca. 850 elektrophysiologische Untersuchungen (diagnostische EPU und Ablationen) sowie ca. 370 Schrittmacher- und Defibrillator-Eingriffe durchgeführt. Im Funktionsbereich der I. Medizinischen Klinik werden jährlich ca. 10000 EKG-Registrierungen, ca. 1300 Farbdoppler-Echokardiographien, 1400 transösophageale Echokardiographien, ca. 1500 Ergometrien bzw. Stress-Echokardiographien, ca. 1400 Duplexsonographien der hirnversorgenden Arterien, ca. 1000 Langzeit-Elektrokardiographien zuzüglich ca. 2500 telemetrischer EKG-Überwachungen auf Station, ca. 800 Dopplersonographien der peripheren Gefäße, ca. 1000 Schrittmacher- und Defibrillator-Kontrollen und ca. 800 spirometrische Untersuchungen durchgeführt. Weitere sonographische Untersuchungen werden auf den Stationen selber durchgeführt, insbesondere Echokardiographien, transösophageale Echokardiographien und Sonographien peripherer Gefäße und des Abdomens.

  • Struktur des Weiterbildungscurriculums

    Die Assistenzärztinnen und -ärzte in der Facharztweiterbildung Innere Medizin und Kardiologie werden innerhalb der I. Medizinischen Klinik rotierend als Stationsärztinnen/-ärzte auf den Allgemeinstationen und auf der Intermediate Care-Station eingesetzt – beginnend auf der Station G6B ohne Monitoring zum Erlernen der internistischen Basisfähigkeiten, über Station G6A mit hohem Anteil an Rhythmuspatienten und danach, in Vorbereitung auf die Zeit auf der Intensivstation, auf der IMC-Station.

    Eine(r) der Assistenzärzte / -innen ist jeweils fest für die Betreuung der Patienten der Chest Pain Unit eingeteilt, wo täglich oberärztliche Visiten stattfinden. Im Rahmen der Weiterbildung für Innere Medizin und Kardiologie ist eine Rotation auf die Internistische Intensivstation für mindestens 6 Monate, bei entsprechendem Interesse auch länger vorgesehen. Des Weiteren erfolgt im Rahmen der Facharztausbildung mindestens eine sechsmonatige Rotation auf die Zentrale Notaufnahme, wo die Weiterbildungsassistenten der Inneren Medizin und Kardiologie am Schichtdienst teilnehmen und für die Notfallversorgung internistischer Patienten zuständig sind.

    Nach entsprechender Einarbeitung nehmen die Assistenzärztinnen/-ärzte der I. Medizinischen Klinik regelmäßig am gemeinsamen Bereitschaftsdienst der beiden Medizinischen Kliniken teil. Sie sind dort für die Versorgung der Patienten auf den Internistischen Allgemeinstationen und auf der Chest Pain Unit zuständig. Auf der internistischen Intensivstation besteht ein eigenständiger 3-Schichtdienst.

    Die Inhalte der Facharztweiterbildung für Innere Medizin und Kardiologie werden den Assistenzärztinnen/-ärzten während ihrer Ausbildungszeit auf den Allgemeinstationen, der Intermediate Care Station, der Chest Pain Unit sowie während der Rotation auf die Internistische Intensivstation vermittelt. Diese Ausbildung erfolgt unter der Anleitung der Unterzeichner sowie der jeweils für die entsprechenden Stationen zuständigen Oberärztinnen/-ärzte. Während der Tätigkeit auf der Zentralen Notaufnahme erfolgt die Ausbildung im Tagdienst durch fest zugeteilte Oberärztinnen / Oberärzte bzw. die Chefärztin der ZNA und im Nacht- und Wochenenddienst zusätzlich durch den oberärztlichen Rufbereitschaftsdienst der Medizinischen Klinik I.

    Zusätzlich zu der Tätigkeit auf den internistischen und kardiologischen Stationen wird während der Ausbildung eine mindestens dreimonatige Rotation in die kardiologische Funktionsabteilung durchgeführt. Dort erlernen die auszubildenden Ärztinnen/Ärzte unter der Anleitung der dort arbeitstäglich fest eingeteilten Oberärzte die Techniken der Echokardiographie einschließlich Stressechokardiographie und Echokontrastuntersuchung, die Doppler- und Duplexuntersuchungen des Herzens und der herznahen Gefäße, die transösophageale Echokardiographie, die Ergometrie und die Spiroergometrie, die Lungenfunktionsprüfung, die Auswertung von Langzeit-EKG-Untersuchungen einschließlich ST-Segmentanalyse, Herzfrequenzvariabilität und Spätpotentialen, die Auswertung von Langzeit-Blutdruckregistrierungen, die Durchführung von Schrittmacher-kontrollen und die Kontrolle / Programmierung von internen Cardiovertern bzw. Defibrillatoren und CRT-Systemen.

    Die invasiven Techniken der Kardiologie, insbesondere die Linksherzkatheteruntersuchung einschließlich Koronarangiographie und Linksherzangiokardiographie, die Angiographie der herznahen Gefäße, der supraaortalen Gefäße, der Beckenetage und der Nierenarterien, die Rechtsherzkatheteruntersuchung und die hämodynamischen Messungen werden in den Herzkatheterlaboren vermittelt. Für die Einarbeitung eines Kandidaten in der Facharztweiterbildung für Kardiologie stehen jeweils drei Monate zur Verfügung, in denen die Assistenzärztin / der Assistenzarzt unter Anleitung des am jeweiligen Tag verantwortlichen Oberarztes des Herzkatheterlabors die invasiven Techniken erlernt und Herzkatheteruntersuchungen durchführt. Dabei wird sowohl die praktische Durchführung der Untersuchung erlernt als auch die Befunderstellung und Dokumentation vermittelt. Mit den Kandidaten werden die therapeutischen Optionen diskutiert und die Entscheidungsprozesse im fachärztlichen Dialog vermittelt.

    Bei Interesse des jeweiligen Arztes in Weiterbildung wird auch die Ausbildung in Invasiver Rhythmologie angeboten. Es erfolgt ebenfalls eine mehrmonatige Einarbeitungsphase unter oberärztlicher Anleitung mit schrittweisem Heranführen an komplexere Prozeduren. Darüber hinaus nimmt die Befunderstellung, die Interpretation der Befunde und die differentialdiagnostische Diskussion einen breiten Raum ein.

    Die Ausbildung in der Applikation und Implantation von Schrittmachersonden und -aggregaten erfolgt ebenfalls im Herzkatheterlabor durch die in diesen Techniken speziell erfahrenen Oberärzte der Abteilung.

  • Inhalte der Weiterbildung

    Während der Tätigkeit auf den internistischen / kardiologischen Allgemeinstationen, der Intermediate Care-Station, der Chest Pain Unit und der Internistischen Intensivstation erwerben die Assistenzärztinnen / -ärzte Kenntnisse, Erfahrungen und Fertigkeiten in

    • den Inhalten der Basisweiterbildung
    • der Erkennung sowie konservativen und interventionellen Behandlung von angeborenen und erworbenen Erkrankungen des Herzens, des Kreislaufs, der herznahen Gefäße, des Perikards
    • Beratung und Führung von Herz-Kreislaufpatienten in der Rehabilitation sowie ihre sozialmedizinische Beurteilung hinsichtlich beruflicher Belastbarkeit
    • der medikamentösen und apparativen antiarrhythmischen Therapie einschließlich Defibrillation
    • der Schrittmachertherapie und – nachsorge
    • der Indikationsstellung und Nachsorge von Kardioverter-Defibrillatoren und Ablationen zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen
    • der interdisziplinären Indikationsstellung und Beurteilung radiologischer und nuklearmedizinischer Untersuchungen sowie chirurgischer Behandlungsverfahren

    Während ihrer Tätigkeit auf der internistischen Intensivstation erwerben die Kandidaten Kenntnisse, Erfahrungen und Fertigkeiten in der intensivmedizinischen Basisversorgung.

    Während der Mitarbeit im Herzkatheterlabor erwerben die Assistenzärztinnen / -ärzte Kenntnisse, Erfahrungen und Fertigkeiten in

    • der Durchführung und Beurteilung diagnostischer Herzkatheteruntersuchungen
    • insbesondere Linksherzkatheteruntersuchungen einschließlich der dazugehörigen Linksherz-Angiokardiografien und Koronarangiographien
    • therapeutischen Koronarinterventionen, insbesondere perkutane transluminale coronare Angioplastie (PTCA), Stentimplantationen, IVUS, Rotablation/ Lithotrypsie
    • der Durchleuchtung, Aufnahmetechnik und Beurteilung von Röntgenbefunden bei Angiokardiographien und Koronarangiographien
    • der Durchführung und Beurteilung von Rechtsherzkatheteruntersuchungen
    • interventionellen Therapien von erworbenen und kongenitalen Erkrankungen des Herzens und der herznahen Gefäße.
    • Applikation / Implantation von Schrittmachersonden / -aggregaten
    • Anlage Kreislaufunterstützung Impella sowie Behandlung struktureller Herzerkrankungen

    Kenntnisse und Kriterien zur Beurteilung von Valvulopathien werden sowohl im Herzkatheterlabor als auch in der internistischen Funktionsabteilung (Echokardiographie) erworben. Bei gegebenem Interesse können -in Kooperation mit der Abteilung für bildgebende Diagnostik und interventionelle Radiologie – auch Kenntnisse in der kardialen Magnetresonanztomographie erworben werden. Durch die Teilnahme an regelmäßig stattfindenden Herzteam-Besprechungen / Fallkonferenzen mit der Anästhesie und Herz-Thorax-Chirurgie können Kenntnisse zu modernen Behandlungsverfahren (interventioneller oder operativer Art) zusätzlich erworben werden.

    Zum Erlernen der definierten Untersuchungs- und Behandlungsverfahren der nichtinvasiven Kardiologie dient insbesondere die Rotation in die kardiologische Funktionsabteilung. Dazu gehören 

    • die Echokardiographie einschließlich Stressechokardiographie und Echokontrast-untersuchung sowie die Doppler-/Duplex Untersuchungen des Herzens, der herznahen Venen
    • die transösophageale Echokardiographie
    • die Spiroergometrie
    • die Langzeituntersuchungsverfahren, insbesondere ST-Segmentanalysen, Herzfrequenz-variabilität, Spätpotenziale
    • Schrittmacherkontrollen
    • Kontrollen von internen Cardiovertern bzw. Defibrillatoren (ICD) 

    Die Ausbildung in Innere Medizin und Kardiologie wird darüber hinaus gefördert durch die

    • regelmäßige Teilnahme an den wöchentlichen gemeinsamen Fortbildungen der beiden Medizinischen Kliniken mit Referaten zu allen Teilbereichen der Inneren Medizin und Kardiologie, gehalten von internen und externen Referenten. Die in Ausbildung befindlichen Ärzte nehmen auch aktiv mit Referaten an diesen Fortbildungsveranstaltungen teil.
    • Einmal wöchentliche Herzteam-Besprechungen / Fallkonferenzen mit der HTG-Chirurgie der Universitätsmedizin Göttingen zusammen mit einem Anästhesie-Oberarzt/-ärztin
    • Röntgenbesprechung in der Abteilung für diagnostische und interventionelle Radiologie
    • regelmäßige Fallpräsentationen über interventionelle Therapien durch die Oberärzte des Herzkatheterlabors
    • eine Simulator-gestützte notfallmedizinische Weiterbildung der Abteilung für Anästhesiologie und Intensivmedizin

    Weiterhin verfügt das Klinikum über eine sehr gut sortierte medizinische Bibliothek mit einem breiten Spektrum internistischer und kardiologischer Lehrbücher bzw. internistischen und kardiologischen Journalen. Des Weiteren stehen die Möglichkeiten der regelmäßigen Fortbildung im Rahmen des Fortbildungsstandort Junge Kardiologie der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (Young DGK) in unserer Klinik in Wolfsburg zur Verfügung. Durch den bestehenden Medizincampus der Universitätsmedizin Göttingen können darüber hinaus Erfahrungen in Lehre und Forschung gesammelt werden, zudem besteht die Möglichkeit zur Promotion.

Kontakt

Sekretariat
Daniela Grabinski 

Tel. 05361 80-1280
Fax 05361 80-1297

Medizinische Klinik I

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