Mit Demenz im Klinikum
Hilfreiche Informationen für Angehörige
Derzeit ist etwa jede zehnte Krankenhauspatientin bzw. jeder zehnte Krankenhauspatient von einer Demenzerkrankung betroffen. Aufgrund der demografischen Entwicklung wird die Zahl der Menschen mit Demenz in Deutschland weiter steigen. Damit nimmt auch die Bedeutung eines angemessenen Umgangs mit Demenz im Krankenhaus stetig zu.
In den meisten Fällen werden Menschen mit Demenz nicht wegen ihrer Erkrankung, sondern aufgrund anderer gesundheitlicher Probleme stationär aufgenommen. Die Demenz stellt somit häufig eine Nebendiagnose dar – beeinflusst jedoch maßgeblich den Behandlungsverlauf.
Belastung durch die ungewohnte Krankenhausumgebung
Ein Krankenhausaufenthalt bedeutet für Menschen mit Demenz häufig eine große Herausforderung. Fremde Umgebung, ungewohnte Abläufe und wechselndes Personal können zu erheblicher Verunsicherung führen. Oft fehlen vertraute Bezugspersonen sowie gewohnte Tagesstrukturen und Beschäftigungsangebote.
Diese Situation kann dazu führen, dass sich Patientinnen und Patienten mit Demenz überfordert fühlen. Die daraus entstehende Anspannung äußert sich nicht selten in herausforderndem Verhalten oder Ablehnung von pflegerischen und medizinischen Maßnahmen. Auch Schlafstörungen und ein gestörter Tag-Nacht-Rhythmus treten häufig auf.
Auswirkungen auf den Krankheitsverlauf
Während eines Krankenhausaufenthaltes kann sich die Demenzsymptomatik vorübergehend oder auch dauerhaft verschlechtern. Dies kann langfristige Folgen für die Selbstständigkeit und Lebensqualität der Betroffenen haben.
Im Klinikum Wolfsburg legen wir besonderen Wert auf einen sensiblen und strukturierten Umgang mit Menschen mit Demenz. Ziel ist es, Orientierung zu fördern, Stress zu reduzieren und eine bestmögliche Versorgung sicherzustellen.
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Was Sie als Angehöriger tun können
Krankenhausaufenthalte stellen für Menschen mit demenziellen Einschränkungen eine starke Belastung dar. Daher ist eine gute Begleitung und Unterstützung während des Krankenhausaufenthaltes sinnvoll.
Im Krankenhaus sollte das Krankenhauspersonal auf die Demenzerkrankung hingewiesen werden. Auch Informationen über Gewohnheiten, Beschäftigungen und sonstige Besonderheiten sind hilfreich, um den besonderen Bedürfnissen von Menschen mit Demenz gerecht zu werden.
Wenn Sie Mitpatient*innen über die Demenzerkrankung informieren, fördert dies Verständnis füreinander und schafft Akzeptanz.
Ins Krankenhaus sollten nur tatsächlich benötigte Kleidungsstücke und Hygieneartikel mitgenommen werden, um eine Überforderung zu vermeiden. Vertraute Gegenstände wie ein Familienfoto, ein Lieblingskissen oder das Lieblingsgebäck können ebenso wie gewohnte Beschäftigungsmaterialien hilfreich sein.
Vertraute Personen sind im Krankenhaus besonders wichtig, um Sicherheit zu geben. Nach Möglichkeit sollten Sie ihren Angehörigen mit Demenz häufig selbst und/oder im Wechsel mit anderen Angehörigen/Bekannten besuchen.
Falls es von Ihrer Seite her erwünscht ist, erfragen Sie ein mögliches Rooming-in-Angebot und lassen Sie sich gegebenenfalls ebenfalls im Krankenhaus aufnehmen.
Rückt die Entlassung näher, halten Sie bitte Rücksprache mit Pflegepersonal und Sozialdienst, welche Maßnahmen nach dem Krankenhausaufenthalt anstehen. Um ihren Angehörigen mit Demenz auf die anstehende Entlassung vorzubereiten, sollten Sie am Entlassungstag mit im Krankenhaus sein.
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Speziell geschultes Personal
Unser pflegerisches Personal sensibilisieren wir in Schulungen für das Thema Demenz. Neben Grundlagen zur Demenzerkrankung werden dabei auch Kommunikationsmöglichkeiten, Strategien zur Konfliktvermeidung sowie eine personenzentrierte Pflege von Menschen mit demenziellen Einschränkungen vermittelt.
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Unser Abendcafé
Patient*innen mit demenziellen Einschränkungen betreuen wir in den Nachmittags- und Abendstunden in unserem Abendcafé auf der geriatrischen Station. In der Zeit von 15:00 bis 20:00 Uhr kümmern sich Alltagsbegleiter*innen um sie. Es wird gemeinsam gesungen, gespielt, geplaudert und Abendbrot gegessen. Wir bieten Patient*innen mit Demenz in dieser Zeit eine Beschäftigung und fördern den Tag-Nacht-Rhythmus.
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Ehrenamtliche Patientenbegleiter*innen
Unsere ehrenamtliche Patientenbegleiter*innen besuchen die Patient*innen mit demenziellen Einschränkungen und ermöglichen Spaziergänge, Gespräche sowie Spiele. Auch kann eine Begleitung zu Untersuchungen und Behandlungen erfolgen. Das vermittelt Sicherheit für die Patient*innen mit demenziellen Einschränkungen und bietet zudem Beschäftigungsmöglichkeiten.
Unsere Demenzbeauftragte
Wenn Sie Fragen zum Thema Demenz, den Umgang mit Menschen mit Demenz sowie (Beratungs-)angeboten in Wolfsburg haben, wenden Sie sich bitte unsere Demenz-Beauftragte.
„Schon jetzt ist etwa jeder 10. Krankenhauspatient an Demenz erkrankt.“ Bei Fragen rund um das Thema Demenz und zu Maßnahmen, die für eine bessere Betreuung von Menschen mit Demenz im Klinikum Wolfsburg umgesetzt werden, kontaktieren Sie mich gerne."
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Weitere Hilfsangebote in Wolfsburg und der Region
Senioren- und Pflegestützpunkt der Stadt Wolfsburg
Schillerstr. 40 · 38440 Wolfsburg
05361 / 28 - 2848
pflegestuetzpunk(at)stadt.wolfsburg.de
seniorenservicebuero(at)stadt.wolfsburg.de
https://www.wolfsburg.de/seniorenSozialpsychiatrischer Dienst/Krisendienst
Medical Office · Bahnhofspassage 1 (am Nordkopf), · 38440 Wolfsburg
05361 / 28-2040
sozialpsychiatrischerdienst(at)stadt.wolfsburg.de
https://www.wolfsburg.deGerontopsychiatrische Fachberatungsstelle AGE –
Psychiatrische Hilfen für ältere Bürger
Gesprächskreise/Kurse für Angehörige
Medical Office · Bahnhofspassage 1 (am Nordkopf), · 38440 Wolfsburg
05361 / 28 – 2040
beratungsstelleAGE(at)stadt.wolfsburg.de
https://www.awo-psychiatriezentrum.de
Https://www.wolfsburg.de/gesundheit/angebote/age-psychiatrische-hilfen-fuer-aeltere-buergerAlzheimer Gesellschaft Braunschweig e.V.
Triftweg 73 · 38118 Braunschweig
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