Das Klinikum Wolfsburg hat sein Jahresergebnis 2025 deutlich verbessert und zugleich mehr Patientinnen und Patienten versorgt. Das Defizit verringerte sich auf rund 14 Millionen Euro. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einer Verbesserung um rund sechs Millionen Euro. 2024 hatte das Klinikum das Geschäftsjahr noch mit einem Minus von 19,9 Millionen Euro abgeschlossen. Ebenfalls positiv: In 2025 stiegen auch die Behandlungszahlen im stationären als auch insbesondere im ambulanten Bereich weiter.
Für die Stadt Wolfsburg als Trägerin des Klinikums ist diese Entwicklung ein wichtiges Signal. Sie unterstützt den eingeschlagenen Weg zur wirtschaftlichen Stabilisierung und investiert zugleich weiter in moderne Medizintechnik, Infrastruktur und die Weiterentwicklung des medizinischen Angebots. „Das Klinikum Wolfsburg ist für uns und die gesamte Region unverzichtbar. Die deutliche Verbesserung des Jahresergebnisses ist deshalb ein ermutigendes Signal und zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Ich danke der Klinikumsleitung und allen Beschäftigten für ihren Einsatz und ihre Verlässlichkeit, mit der sie sich Tag für Tag für die Gesundheit der Menschen in unserer Stadt einsetzen“, sagt Oberbürgermeister Dennis Weilmann. „Gleichzeitig investieren wir gezielt in die Zukunft unseres Klinikums. Unser Anspruch ist eine moderne, leistungsfähige und verlässliche Gesundheitsversorgung für die Menschen in Wolfsburg und der Region.“
Mehr Patientinnen und Patienten im Klinikum versorgt
Die positive Entwicklung zeigt sich auch bei den Behandlungszahlen. Im Jahr 2025 versorgte das Klinikum Wolfsburg 31.236 Patient*innen stationär und 64.078 ambulant. Im Vorjahr waren es 31.085 stationäre und 54.922 ambulante Behandlungen.
Vor allem im ambulanten Bereich ist damit ein deutlicher Zuwachs zu verzeichnen. Gleichzeitig stiegen die Erlöse aus dem Fallpauschalensystem um rund 6,3 Millionen Euro. Das Klinikum konnte damit im dritten Jahr in Folge seine medizinischen Leistungen steigern und wieder das Leistungsniveau aus der Zeit vor der Corona-Pandemie erreichen.
Auch im laufenden Jahr 2026 zeichnet sich eine weitere Zunahme der Fallzahlen und der medizinischen Leistungen ab.
„Diese Entwicklung zeigt, wie groß das Vertrauen der Menschen in unser Klinikum und seine Beschäftigten ist“, betont Weilmann. „Dieses Vertrauen wollen wir auch künftig mit einer leistungsfähigen medizinischen Versorgung direkt vor Ort rechtfertigen.“
Stadt investiert weiter in moderne Medizin
Neben der wirtschaftlichen Stabilisierung bleibt damit die medizinische Weiterentwicklung ein zentraler Schwerpunkt. Die Stadt Wolfsburg investiert gemeinsam mit dem Klinikum gezielt in moderne Technologien, die neue Behandlungsmöglichkeiten schaffen und die Qualität der Versorgung weiter verbessern.
Ein Beispiel ist das neue Da Vinci-Operationssystem für roboterunterstützte Eingriffe. Es ermöglicht besonders präzise und schonende Operationen und wird bisher in der Urologie, Allgemein- und Viszeralchirurgie sowie der Gynäkologie eingesetzt.
Auch bei komplexen Operationen an der Wirbelsäule wurden die technischen Möglichkeiten deutlich erweitert. Moderne 3D-Bildgebung und Navigation im Operationssaal unterstützen die Operateurinnen und Operateure dabei, anatomische Strukturen während eines Eingriffs besonders genau darzustellen und Instrumente präzise zu führen.
Dass sich das Klinikum auch qualitativ weiterentwickelt, bestätigen regelmäßig unabhängige Prüfungen. So wurden zuletzt unter anderem die Zertifizierungen des Cancer Centers Wolfsburg und seiner spezialisierten Krebszentren erneut bestätigt.
Wirtschaftliche Stabilisierung bis 2030
Parallel zu steigenden Leistungen und Investitionen in die medizinische Versorgung hat das Klinikum einen strukturierten Konsolidierungsprozess eingeleitet. Dieser ist bis 2030 angelegt. Ziel ist es, spätestens mit dem Jahresabschluss 2030 ein ausgeglichenes Ergebnis zu erreichen und anschließend wieder nachhaltig positive Jahresergebnisse zu erwirtschaften.
Klinikumsdirektor André Koch erklärt: „Wirtschaftliche Stabilität und eine hochwertige medizinische Versorgung gehören für uns untrennbar zusammen. Nur ein wirtschaftlich stabiles Klinikum kann dauerhaft eine verlässliche und hochwertige Versorgung garantieren. Die Verbesserung des Jahresergebnisses 2025 ist deshalb ein wichtiger Schritt. Gleichzeitig wissen wir, dass noch ein anspruchsvoller Weg vor uns liegt. Der Konsolidierungsprozess ist ein Gemeinschaftsprojekt, das von allen Führungsebenen und Beschäftigten getragen wird.“
Rahmenbedingungen bleiben herausfordernd
Trotz der positiven Entwicklung im Jahr 2025 bleibt die wirtschaftliche Situation des Klinikums angespannt. Die anhaltende Unterfinanzierung der Krankenhäuser in Deutschland, steigende Personal- und Sachkosten sowie die fortschreitende Ambulantisierung medizinischer Leistungen belasten das Ergebnis weiterhin.
Auch die laufende Krankenhausreform bringt dem Klinikum bei der Planung eine erhebliche Unsicherheit. Ein wichtiger Meilenstein steht im kommenden Jahr an. Das Land Niedersachsen wird über die Zuweisung der vom Klinikum beantragten Leistungsgruppen entscheiden, die künftig maßgeblich bestimmen, welches medizinische Leistungsspektrum das Klinikum im Rahmen seines Versorgungsauftrags erbringen kann.
„Diese Entscheidung hat erhebliche Bedeutung für unsere strategische Ausrichtung“, erläutert Koch. „Wir haben unsere Anträge fristgerecht eingereicht und blicken der Zuweisung mit Zuversicht, aber auch mit dem Wissen um die damit verbundene Planungsunsicherheit entgegen."
Kooperationen stärken die Versorgung
Auch die Zusammenarbeit mit anderen medizinischen Partnern bleibt Teil der Zukunftsstrategie. Das Klinikum setzt unter anderem auf Kooperationen mit den Krankenhäusern in Braunschweig und Wolfenbüttel sowie mit der Universitätsmedizin Göttingen.
Mit dem Medizincampus Wolfsburg trägt das Klinikum zudem zur Ausbildung des ärztlichen Nachwuchses bei. Medizinstudierende der Universitätsmedizin Göttingen absolvieren Teile ihrer klinischen Ausbildung direkt in Wolfsburg. Damit stärkt das Klinikum nicht nur die aktuelle Versorgung, sondern investiert zugleich in die medizinischen Fachkräfte von morgen.
Oberbürgermeister Dennis Weilmann: „Die Stadt Wolfsburg steht zu ihrem Klinikum und zu ihrer Verantwortung für eine verlässliche Gesundheitsversorgung. Wir investieren in moderne Medizin und schaffen gemeinsam die Voraussetzungen dafür, dass sich das Klinikum wirtschaftlich stabilisieren und zugleich medizinisch weiterentwickeln kann. Das verbesserte Jahresergebnis und die steigenden Leistungen zeigen, dass wir Fortschritte machen. Diesen Weg werden wir konsequent fortsetzen.“
Zum Vergleich: Das Klinikum Wolfsburg schloss das Jahr 2025 mit einem Defizit von rund 14 Millionen Euro ab. Im Jahr 2024 lag das Minus bei 19,9 Millionen Euro. Gegenüber dem Vorjahr verbesserte sich das Jahresergebnis 2025 um rund sechs Millionen Euro.
