Leistungssprektrum

Prostatazentrum – Leistungsspektrum und Studien

Diagnostik

  • PSA-Wert-Bestimmung (inkl. fPSA und Quotient)
  • transrektale Ultraschalluntersuchung, Ultraschalluntersuchung des Harntraktes
  • Harnstrahlmessung, Blasendruckmessung (Urodynamik)
  • sonographisch gesteuerte Prostatastanzbiopsie (Prostatagewebeentnahme)
  • histologische (feingewebliche) und immunhistologische Aufarbeitung der Gewebeproben
  • Knochenszintigraphie (nuklearmedizinische Ausbreitungsdiagnostik)
  • MRT (Magnetresonanztomographie)
  • Computertomographie
  • MRT-Ultraschall-Fusionsbiopsie

Therapie des Prostatakarzinoms

  • Radikaloperation einschließlich nerv- und gefäßerhaltender Verfahren mir Schließmuskel- und Potenzerhalt
  • Sentinel-Node-Lymphadenektomie (Entfernung der Schildwächterlymphknoten)
  • laparoskopische Lymphknotenentfernung (vor Bestrahlungstherapie)
  • transurethrale Resektion der Prostata-TURP
  • externe (äußere) Bestrahlung
  • intensitätsmodulierte Bestrahlung (IMRT)
  • Brachytherapie (HDR-Afterloading)
  • Goldmarkerimplantation

Fortgeschrittene Stadien

  • Chemotherapie
  • Einleitung einer antihormonellen Therapie
  • Schmerztherapie
  • Palliativmedizin (Bestmögliche Versorgung schwerstkranker Menschen)

Besonderheiten nach der Operation

  • Wichtig ist die rasche Mobilisierung nach der Operation.
  • Eine ausreichende postoperative Schmerztherapie.
  • Ein standardisiertes Konzept zum Beckenbodentraining (theoretische Unterweisung und praktische Anleitung).
  • Standardisierte sozialmedizinische- und psychoonkologische Betreuung mit Einleitung von Rehabilitationsmaßnahmen (z. B. Einleitung einer Anschlussheilbehandlung in einer unserer Kooperationshäuser).
  • Interdisziplinäre Tumorkoferenzen.
  • Palliativmedizinische Betreuung mit Einleitung einer ambulanten palliativen Versorgung (SAPV).

Tumorkonferenzen

Die behandelnden Teams besitzen eine langjährige therapeutische Erfahrung. In den wöchentlich stattfindenden Tumorkonferenzen wird die individuelle Therapieplanung für jeden Patienten interdisziplinär anhand der vorliegenden Fakten diskutiert und schriftlich als Vorschlag sowohl dem behandelnden Arzt als auch dem Patienten mitgeteilt. Die regelmäßigen interdisziplinären Tumorkonferenzen zwischen Experten aus der Urologie, Strahlentherapie, Pathologie, Radiologie und Onkologie sollten die therapeutischen Maßnahmen zum nutzen des Patienten koordinieren.

Histologische Untersuchung (Pathologie)

Die Untersuchung von Gewebeproben durch den Pathologen mittels Mikroskop sind für die primäre Diagnose mit Einschätzung der Aggressivität (Gleasonscore) enorm wichtig und ein wichtiger Baustein bei der Entscheidung welche Therapie durchgeführt wird. Andererseits ist die Untersuchung des OP-Präparats nach einer kompletten Entfernung der Prostata wichtig zur Beurteilung der Ausdehnung des Tumors und legt fest, ob eine komplette Entfernung des Tumors im Gesunden tatsächlich erreicht worden ist. Bei einer sogenannten R0 Resektion, d.h. Entfernung des bösartigen Tumors im Gesunden ist in der Regel keine weitere therapeutische Maßnahme erforderlich. Bei Tumoren bei denen eine Entfernung im Gesunden nicht möglich war (R1 bzw. R2 Resektion) ist in der Regel noch eine Nachbehandlung erforderlich. Dies wird in der Tumorkonferenz diskutiert und entschieden. 

Hormontherapie

Die Hormontherapie erfolgt vorwiegend bei Patienten mit einer fortgeschrittenen, d.h. bereits metastasierten Tumorsituation und erfolgt in der Regel durch den niedergelassenen Kollegen.

Chemotherapie

Die Chemotherapie ist ein fester Bestandteil der Therapie bei sehr weit fortgeschrittener Prostatakrebserkrankung. Die Chemptherapie wird nur fortgeschrittenen Tumoren, d.h. also beim Vorhandensein von Absiedlungen im Knochen oder anderen Organen erst nach erfolgter oder nicht mehr wirksamer Hormontherapie eingesetzt.

Psychoonkologische Betreuung

Die Diagnose von Prostatakrebs stellt für die betroffenen Männer und Angehörigen eine enorme Belastung dar. Wie bei jeder Krebserkrankung können sich existentielle Ängste, Sorgen bis hin zu Depressionen einstellen. Sowohl die Behandlungen als auch die möglichen Nebenwirkungen werden als sehr belastend erlebt. Ebenso gibt es viele Fragen im Hinblick auf die Nachsorge und das weitere Leben. Aus diesem Grund können sich die Patienten von professionellen psycho-onkologisch geschulten Mitarbeitern beraten und unterstützen lassen. Der Sozialdienst in unserem Klinikum ist ebenfalls behilflich, wenn es um die Einleitung einer Anschlussheilbehandlung nach einer Operation geht.

Therapieplanung

Die Schwerpunkte des Prostatakarzinomzentrums liegen in der operativen Entfernung der Prostata (radikale retropubische Prostaektomie). Wichtig für die Entscheidung zur Operation ist eine individuelle Planung, die sowohl das Tumorstadium als auch das Alter und den Allgemeinzustand des Patienten berücksichtigt, um das Risiko während der Narkose für den Patienten zu minimieren.

Vor der Operation wird nochmals ausführlich mit dem Patienten über die Vor- und Nachteile der Operation gesprochen, so dass die Vor- und Nachteile eines operativen Eingriffs abgewogen werden können, um ggf. ein strahlentherapeutisches Verfahren als Alternative anzustreben. 

 

Drei wichtige Ziele bei der Behandlung des örtlich begrenzten Prostatakrebses sind für den Patienten besonders relevant:

  1. Beibehaltung der Kontinez (Fähigkeit den Urin zu halten)
  2. Die lokale Heilung vom Tumor
  3. Wenn möglich, die Erhaltung der Potenz, d.h. die Fähigkeit zur Gliedversteifung auch nach einer kurativen Therapie.

Durch die Anwendung moderner Operationstechniken (z. B. Lupenbrille) und die zunehmenden Kenntnisse über die Anatomie des kleinen Beckens und ihre funktionellen Zusammenhänge konnte die operative Vorgehensweise in den letzten Jahren deutlich verfeinert werden, so dass die Funktionseinschränkungen nach einer nervenerhaltenden Operation in der Regel nur vorübergehend sind.

Ebenso wurde durch die Verfeinerung der strahlentherapeutischen Techniken mit deutlich schonenderen Verfahren eine signifikant bessere funktionelle Ergebnisqualität erzielt. Als besonderes Bestrahlungsverfahren bieten wir in Kooperation mit der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie die HDR-Strahlentherapie an.

Qualitätspolitik

Das Prostatakarzinomzentrum Wolfsburg erfüllt die Anforderungen der deutschen Krebsgesellschaft (DKG) für Prostatakarzinomzentren und befindet sich in einem regelmäßigen Auditierungs- bzw. Re-Zertifizierungsverfahren, kontrolliert durch die deutsche Krebsgesellschaft. Ziel ist es, eine gezielte Förderung interdisziplinärer Kompetenz zu erreichen und abgestimmte interdisziplinäre festgelegte Therapiekonzepte umzusetzen. Dies hat eine deutliche Verbesserung der Versorgungsqualität zur Folge, die wir in einer gemeinsamen Tumordokumentation erfassen und auswerten. Die von der deutschen Krebsgesellschaft geforderten Qualitätsziele werden von uns interdisziplinär umgesetzt, um die Ergebnisqualität in Zusammenarbeit mit den benachbarten Disziplinen für die Patienten zu optimieren.

Anschlussheilbehandlung

Eine stationäre Rehabilitation ist nach einer radikalen Prostaektomie meist sinnvoll.

Die Kosten werden von den Krankenkassen bzw. vom Rentenversicherungsträger übernommen. Auf Wunsch kann eine Anschlussheilbehandlung bereits vor Entlassung aus unserer stationären Behandlung durch unseren Sozialdienst eingeleitet werden. Die Lokalität der Anschlussheilbehandlung ist abhängig vom Versicherungsträger. Das Klinikum steht in engem Kontakt mit mehreren Rehabilitationskliniken.

 

     

Sekretariat
Kerstin Brechbühler

Tel. 05361 80-1740
Fax 05361 80-1739
E-Mail
Kontaktzeiten:
Mo. – Do., 8.00 – 17.00 Uhr sowie Fr., 8.00 – 14.00 Uhr

Einweiserhotline

Mo. - Fr. 8.00 - 20.00 Uhr
Tel. 05361 80-3760

Zertifiziertes Prostatakarzinomzentrum

Prostatazentrum Wolfsburg - Patienteninformation